Mit ‘Weiterbildung’ getaggte Beiträge

Ich habe leztens in einer Zeitschrift geblättert, die Fortbildungsangebote für Physiotherapeuten anbietet.
Ich dachte mir, Mensch schauste mal was man in Zukunft vielleicht ins Auge fassen könnte um den persönlichen Fortbildungsstandart möglichst hoch zu halten. Natürlich ist dies auch immer Geldbeutel abhängig.

Als ich die ersten 10 Seiten durchgeblättert habe, wusste ich nicht so richtig ob ich in einer Fachzeitschrift blättere oder mich  im NASA Kopntrollzentrum befinde. Da kann man allenernstes so Fortbildungen machen wie:

Biocybernetische Manuelle Therapie

Cranio Fasziale Dysfunktionen und Multiidisziplinäre Analyse und Gesamtmanagement

HWS Kinästhesie

Postgraduierte Osteopathie Masterclass

Microkinesitherapie

Bei dem letzten Wort musste ich schon sehr genau hinsehen ob ich mich nicht verschrieben habe.
Ich frage mich allen ernstes ob solche industrialisierten und für meine Augen volkommen überzogenen Fortbildungen noch für die Hausfrau mit Schulter- Nacken Schmerzen die vom Fensterputzen kommen wirklich Sinn machen.

Denn ich bin der Meinung, dass man sich mit solchen Fortbildungen immer weiter vom Patienten entfernt. Statt sich dem Patienten durch einfache leicht nachzuvollziehende Techniken weiter anzunähern. Und so dem Problem des Patienten Herr zu werden.

Sie glauben das war alles und eine Ausnahme?? Oh Nein! Ein Text unter einem Kinesio Taping Kurs besagt folgendes:

Lernen Sie das elastische Tape in einer neuen Dimension kennen!

Na wunderbar….heißt das dann das das Tape immer wirkt? Ich selber habe mit dem Kinesio Taping über 7 Jahre praktische Erfahrung und kenne das Tape WIRKLICH in jeder Dimension! Das nennt man wohl altmodisch: Erfahrung.

Zählt aber warscheinlich in der heutigen Physio Gesellschaft nicht mehr.

Was zählt sind Fortbildungen vielleicht dieser Art:

Neurophysiologisches Taping- dahinter verbirgt sich ganz normales Kinesio Taping, den Kurs kann jede Krankenschwester besuchen!

Ausbildung zum AROHA Physiodynamics Kursleiter

und noch etliche dieser amerikanisierten Fortbildungswörter mehr….

Ich glaube die Physiotherapie macht hier einen entscheidenden Fehler. Man versucht durch Gewalt die komplexen Störungen des Körpers zu verstehen und dann gezielt diese Ursache zu behandeln. Schön und gut. Dies wird aber nach meiner heutigen Auffassung NIEMALS möglich sein.

Unser Körper ist so enorm komplex, das man sein ganzes leben bräuchte um eine einzige Sekunde unseres Körpers bewusst zu steuern.
Uns Physiotherapeuten wird vorgegaukelt mit der und der Fortbildung wird Ihre Therapie erfolgreicher! Das ist ein riesen Irrtum und Aberglaube.

Die großte wichtigste und beste Fortbildung machen sie jeden Tag: Arbeiten! Dennn genau das bringt das mit sich was man noch nicht kaufen kann.

ERFAHRUNG!

Egal wieviele Fortbildungen man besucht, ein guter Therapeut definiert sich über seine Erfahrung mit verschiedenen Krankheits und Symptombildern. Und nicht über seine vollgepflasterte Wannd mit den Fortbildungszertifikaten!

Weiter hinten finde ich dann doch noch soetwas:

25 Technike zur Mobillisation der Schulter, dass ist doch mal was sinnnvolles!

Bevor ich das Heft ganz durchgeblättert habe, stoße ich auf eine Fortbildung die mich doch sehr überrascht:

Kursleiter für Streßmanagement

Ich glaube dieser Kurs ist nach Beendigung der oben genannten Kurs dringen annzuraten!

Physioblogger

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