Mit ‘Frage’ getaggte Beiträge

Frag den Physioblogger (Frage von Lulu)

Veröffentlicht: 17. Februar 2010 in Frag den Physioblogger
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Ich hab da nur mal eine Allgemeine Frage: Wie ist das wenn man eine Querschnittslähmung hat und nie wieder Laufen werden kann braucht man dann noch eine Physiotherapie?

Natürlich braucht man danach Physiotherapie!

Denn der Patient muss ja auch mit Gehstützen Laufen lernen, er muss lernen mit dem Rollstuhl umzugehen, ins Bett zu gehen( Transfers vom Rolli ins Bett und umgekehrt) etc.

Natürlich kommt es darauf an wie wo wann weshalb und wie hoch der Querschnitt ist. Je nach dem ob noch Restfunktionen der Extremitäten da sind oder auch nicht, müssen die Restfunktionen so gut es geht erhalten werden, oder verbessert werden.

Hier ist ein spezielles Fachgebiet zuständig. Die Kollegen in der Neurologie. Diese Physiotherapeuten haben eine spezielle Ausbildung. Sie nennt sich Bobath Therapie. Einfach mal googeln. Und nach diesem Bobath Konzept wird dann der Patient behandelt.

Und es ist nicht selten nach einem Querschnitt der Fall, dass der betroffene Patient lebensbegleitend zur Therapie muss. Also für immer.

Ich hoffe ich konnte dir mit dieser antwort helfen.

Gruß:

Physioblogger

Frag den Physioblogger (Frage von Mary)

Veröffentlicht: 24. Oktober 2009 in Frag den Physioblogger
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Lieber Physioblogger

Durch Zufall kam ich auf diese Seite und musste direkt schreiben.
Ich bin 18 und für mich beginnt gerade ein Leben, dass ich noch nicht kenne, viel Verantwortung und Selbstständigkeit.
Seid einer Woche habe ich meine Ausbildung zur Physiotherapeutin begonnen.
Schon jetzt kann ich fast 100 lateinische Begriffe (Knochen und Lage-Richtungen bisher)..
Ich habe zwar 1 Jahr Zeit bis ich an richtigen Patienten komme, aber trotzdem habe ich totale Panik. Wie kann ich in einem Jahr Übungen für so viele verschiedene Patienten können?
Mein erstes Praktikum, wird in der Inneren Medizin sein, Chirurgie, Neurologie und Orthopädie.
Ich will es unbedingt schaffen, aber meine Angst lähmt mich auch.
Hast du irgendwelche beruhigende Worte, die mich endlich lockern können? Ich will es unbedingt schaffen. So sehr.
Ich hoffe auf Hilfe.
Mary

Hallo Mary,

übrigens ganz lässiger Name wie ich finde. Aber nun zu deinem Anliegen:

1. Du kennst jetzt schon 100 lateinische Begriffe? Super…das ist doch mal ein Auftakt…mache dir keine Sorgen über die Begriffe. Es werden noch tausende im laufe deines Berufslebens hinzukommen. Immoment musst du die stur auswendig lernen, aber spätestens wenn du die Begriffe im täglichen Gebrauch immer wieder vorholst..du wirst sie nie mehr vergessen. Und umso mehr du davon weißt umso kompetenter bist du, z.b einem Arzt gegenüber.

2. Nach einem jahr in der Schule steht man noch am Anfang vom Anfang vom Anfang. Man weiß noch sehr wenig. Und das was man weiß hat mich zumindest nie wirklich weiter gebracht. ZIEH ES DURCH!! Lerne, schaue zu, seh dir die Patienten an, Frage, Frage, analysiere was sie dir gesagt haben, Check, Check, Doublecheck, überlegen, und dann daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

Aber das ist ein Prozess der wird niemals enden…umso länger du diesen warhaft schönen Beruf machst umso besser kannst du in die Bedürfnisse und Sorgen deiner Patienten einsteigen und sie dort abholen wo sie stehen.

Und es wird dich immer wieder begleiten: Das jemand mit vielen Schmerzen kommt und hüpfend wieder rausgeht……….. ist eine Illusion.

Wichtig ist, dass du auch jetzt in deiner Ausbildung wenn es um die Big Points geht, also um elementare Dinge wie (Praktikum, Befund, Palpation, systematisches Arbeiten) das du in diesen Dingen auch nach 8 Stunden Schule und schlechter Luft im Zimmer immer genau zuhörst.

Und noch einen Tipp der echt Gold wert ist:

Wenn ihr praktischen Unterricht habt, schnapp dir SOVIEL WIE MÖGLICH ANDERE KLASSENKAMERADEN!!

Das ist wohl der beste Tipp den ich dir geben kann.

Du musst fühlen lernen, sehen mit den Händen und das kann man nur lernnen wennn man es schon eine Billion mal gemacht hat. Also gib in den praktischen Fächern alles…zur jeder Uhrzeit. Und mit jedem mal tasten werden deine Finger sensibler…und das ist es nämlich was einen guten Therapeuten von einem schlechten unterscheidet:

Das Gefühl in den Händen. Es gibt wenige die das wirklich gut beherschen….werde einer von denen.

Alles andere kommt ganz von selber…lass es geschehen….und du wirst einen tollen Beruf haben.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig die Angst nehmen und verbleibe mit einem lieben Gruß:

Physioblogger

Frag den Physioblogger (Frage von Tina)

Veröffentlicht: 17. Juni 2009 in Allgemeines
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Hallo Physioblogger!
Bin durch Zufall (und Lerndrückerei ;) ) auf deine Seite geraten und habe mich ein bisschen festgelesen.
Unter anderem auch über Kinesio Taping.
Und genau dazu habe ich jetzt auch eine Frage.
Mir wurde 2006 ein Lymphknoten am Hals entfernt. (Völlig unnötig Juhu) Naja die OP is net so ganz risikofrei, das hab ich auch zu spüren bekommen, der N. auricularis (magnus glaub ich) wurde verletzt, nich so tragisch, nur Hautareale betroffen; außerdem der N. accessorius durchtrennt.
Dank mangelhafter Nachbetreuung wurde das auch erst bemerkt als der komplette M. trapezius rechts schon atrophiert war.
So. Was das heißt muss ich dir nich erklären, anderen die das lesen vielleicht schon (wenn ich Käse erzähle korrigier mich bitte)
[Dieser Muskel ist hauptsächlich für die Fixierung des Schultergelenks zuständig. Falls ich also den rechten Arm beanspruche klappt das Schulterblatt weg, ich kann keine wirklich große Kraft mehr anwenden und die Knochen reiben aneinander was auch auf Dauer ordentlich weh tut.]
Naja jetzt wollte ich dich fragen ob Kinesio Taping da vielleicht helfen könnte.
Beim Physiotherapeuten war ich schon für ein paar Sitzungen, die hat mir auch einige Übungen gezeigt die ich mittlerweile wegen mangelnder Disziplin schon wieder vergessen hab, werde das im Sommer aber definitiv auffrischen! :)
Ich studiere Tiermedizin und könnte da meinen rechten Arm doch ganz gut gebrauchen ;)
Hab mich zwar mittlerweile schon recht gut daran gewöhnt aber ab und an fällt doch noch was runter und grad bei sportlichen Aktivitäten ist es teilweise recht lästig, besonders die (Reibungs?)schmerzen danach.
Ist an den Tapes eigentlich Klebstoff? (Hab ne Allergie -.-)

Vielen Dank schonmal im Vorraus!

Liebe Grüße,
Tina

Hallo Tina,

entschuldige bitte das ich dir jetzt erst schreibe, aber ich muss lust haben auf das Schreiben, denn ich schreibe für mich und nicht für meine Statistiken!!

Also zu deiner Frage:

Dein Problem ist ganz einfach: Der Muskel bekommt keiner nervlichen Impulse mehr, weil der Nerv durchtrennt wurde. Somit denkt der Körper: Ach den Trapezius den brauche ich nicht mehr, also kann ich ihn ja abbauen->ATROPHIE.

Bei diesem Problem kann auch ein Kinesio Tape den fehlenden Nerv nicht ersetzen. Da sehe ich überhaupt keine Chance!

Mit deinen Schmerzen an deinem Schulterblatt denke ich könnte man schon etwas machen. Sei es mit KT oder mit normaler PT. Obwohl es auch hier sehr schwierig ist, denn das Schulterblatt wird unter anderem auch von der gesamten Rotatorenmanschette geführt und gehalten. Und das halten ist dein Problem. Da der N. accessorius für die Schultermuskulatur zuständig ist und auch dieser durchgetrennt ist,ist die Führung am Scapulo-thorakalen Gleitlager, also unter dem Schulterblatt nicht mehr gegeben.

Und auch hier kann Kinesio Tape keinen Nerv wiederherstellen oder Impulse an den Muskel geben. Das ist unmöglich.

Die einzige Chance die ich hier mit KT sehe ist eine Entlastung des Schulterblattes mittels Kinesio Tape damit das Schulterbaltt nicht mehr so auf den Rippen „scheuert“.

Und der Rest liegt in deiner Hand:

Mache die Übungen der Physiotherapeutin so oft du kannst. Du hast nur einen Körper.

Ich hoffe die Frage damit ausführlich beantwortet zu haben! Wenn nicht kannst du gerne nochmal nachfragen.

Dein Physioblogger