Mit ‘Erfolgsrezept’ getaggte Beiträge

Ja okay ich weiß, die Überschrift ist sehr polarisierend, aber genau das soll Sie ja auch. Die anderen haben Ihren Porno kram und ich das Wort Rückenschmerzen.

Ich möchte euch mal einen kleinen Einblick gewähren, wie meine Therapie ausschaut gegen Rückenschmerzen.

Here we go:

1. Wenn auf dem Rezept Massage statt Krankengymnastik steht dann kläre ich den Patienten auf und stelle Ihn vor die Wahl:

Massage nach Rezept oder Ursachenbekämpfung

Erfreulicherweise entscheiden sich viele für die Beseitigung der Ursache.

Wenn dies also geklärt ist, geht es in die erste Behandlung:

Standartfragen: Wie? Wo? Wann? Was? Was macht es besser? Was haben Sie schon alles unternommen um das Problem in Griff zu kriegen? Wer hat sie bisher behandelt und wie?

Nach der Befundung geht es ans Eingemachte:

Ich schaue mir jetzt die Statik des Patienten an, das heißt ich untersuche den Patienten auf eine Beinlängendifferenz hin. Dies geschieht in RL und ab 45° angehobenen Beinen, die ich natürlich hochhalte um zu sehen was Sache ist. Ab 45° deswegen weil mich das Becken (das großen Einfluß auf die BLD hat!) erstmal nicht interessiert, es geht ja nur um die Beine.

Da stellt sich bei über 85% meiner Patienten heraus das diese eine BLD (Beinlängendifferenz) haben.

Ich schaue mir an welches Bein länger ist und versuche mit Hilfe der Dorn Therapie das längere Bein kürzer zu machen um so einen Ausgleich zu erhalten.

Nach jder Korrektur (Fußwurzeln, Sprunggelenk, Knie, Hüfte) schaue ich mir wieder die BLD an ob sich etwas verändert hat und notiere mir die Veränderungen.

Sollte nach dem Dornen beider Beine kein Ausgleich zu schaffen sein, kann man eigentlich davon ausgehen das sich das Becken (also eine der beiden Illiumschaufeln) in Torsion (Drehung) befindet.

Ab jetzt ist es klassische Manualtherapie. Das Illium auf der Seite an dem Bein welches noch immer länger ist, wird nun nach hinten mobilisiert. Nach ein paar Minuten Illiummobilisation nach hinten lasse ich den Patienten wieder in RL  legen und überprüfe erneut.

Nun ist meist ein vollständiger Ausgleich geschafft und ich lasse den Patienten hinstellen und überprüfe anhand der Höhe der Illiumschaufeln ob sie sich auf gleicher Höhe befinden.

Nachdem das gegessen ist, ist wieder Manualtherapie angesagt:

Ich mobilisiere (nicht manipuliere!) die LWS sodass sich die Blockaden auch hier auflösen. Das selbe geschieht mit der BWS in Bauchlage.

Denn auch Blockanden in der Wirbelsäule können sich in einer BLD wiederspiegeln.

Das war nur die erste Behandlung. In 20 min. durchaus zu schaffen, meistens brauche ich aber 25 min. In den darauffolgenden Sitzungen wird die BLD überprüft und wenn nötig kurz korrigiert, um die korrekte Statik des Patienten aufrecht zu erhalten.

Jetzt erst ist die Wirbelsäule gerade und jetzt erst kann die Muskulatur auf Behandlung reagieren, Sie hat nämlich keine Chance zu reagieren wenn von der Wirbelsäule ständig negative Signale kommen. Was macht die Muskulatur? Na klaro- sie verspannt sich, möchte den Schaden festhalten ist doch auch verständlich. Und darauf dann zu massieren oder sonstwas halte ich für Symptombehandlung. Dies ist nicht meine Intention!

Bsp: Wenn euer Keller schief ist (Becken), was meint Ihr wohl wird euer Dach (HWS) ausschauen? Es ist genau so schief, jetzt macht ihr da oben rum etc. Was passiert mit dem Keller? Richtig dort unten verändert sich nichts, die Statik des Hauses wird immer miserabel bleiben.

Jetzt erst fange ich mit der 2/3 Behandlung lokal an der schmerzenden Muskulatur an zu arbeiten. Aber auch jetzt gibt es keine 0815 Massage und dabei schön unterhalten…nein ich verwende sehr häufig (über 90%) die Triggerpunkttherapie.

Extrem effizient, extrem anstrengend, extrem Patientenorientiert, extrem Problemorientiert.

Das ist genau das was hilft-bei mir und meinen Patienten zumindest.

Diese Kombination aus Triggerpunkttherapie/Dorntherapie/Manualtherapie wird jetzt noch durch Kinesio Tape Anlagen ergänzt. Diese ergeben sich aus dem Befund.

Also entweder stabilisierend, mobilisierend, Muskel oder Fascientechniken.

Diese Behandlung wirkt bei ca. 60-70% aller Patienten schon sehr gut. Natürlich gibt es immer wieder speziellere Fälle die eine andere Vorgehensweise erfordern.

Dies ist auch nicht mein Standartprogramm..bitte versteht mich nicht falsch, dies ist nur die Therapie bei der ich feststellen konnte das diese den meisten Behandlungserfolg bringt.

Gruß:

Physioblogger