Mit ‘Erfolg’ getaggte Beiträge

Immer wieder muss ich leider feststellen, das man Physiotherapie unnötig kompliziert machen möchte.

Hatte diese woche einen kleinen Plausch mit einer studierten Maitland Therapeutin.

Mein Gott..an was die alles denken während sie Therapieren, dass ist mir schon fast ein wenig unheimlich. Ich erzählte ihr von meinen guten erfolgen, HWS Bewegungseinschränkungen zu therapieren, indem man den Patienten hinsetzen lässt, der Therapeut kniet auf der Bank dahinter, nimmt den Kopf mit beiden Händen in eine Traktion und rotiert dann während man die Traktion hält in die Bewegungseinschränkung.

Daraufhin verdrehte sie die Augen, und meinte, das das etwas gefährlich ist, denn durch diesen Zug, und er ist bei mir nicht wenig, kommt die A. carotis auf Zug und wenn in dieser Arterie Fissuren oder sonstige Mist Dinge sind, dann könnte es passieren das mir der Patient auf der Liege umkippt.

Es tut mir leid aber das halte ich für kompletten Unsinn! Natürlich kann das vorkommen, keine Frage. Dies ist aber so selten,(kennt ihr einen Fall? ;)) das ich diesem Faktor eigentlich keine Bedeutung zumesse.

Was ich damit sagen möchte ist folgendes:

Ich denke unser Körper funktioniert auf der Ebene der Physiotherapeutischen Möglichkeiten nicht immer so komplitziert wie wir alle denken. Auch glaube ich nicht an einen Cranio-sakralen Rythmus…und wenn es einen gibt, ich glaube nicht das wir diesen spüren könnten. Oder auf Bewegugen der Suturen. Gut bei einem Kleinkind wo die Suturen (Schädelnähte) noch nicht vollständig zugewachsen sind okay, aber bei einem 50 jährigen Mann? Never….

Ich wette mit euch, legt 20 Patienten auf eine Liege, nehmt 10 Cranio Sakral Therapeuten und jeder soll einen Befund über den Cranio sakralen Rythmus machen. Bei jedem Patienten kommt ein anderer Befund raus. Also bedeutet das dies ist nicht valide!

Oder auch sehr beliebt:

Versuche mal bevor die die HWS mobilisieren möchtest, das ISG zuvor zu behandeln, dann wirst du merken das sich die HWS besser bewegen lässt!

Sorry, aber an soetwas glaube ich einfach nicht. Nicht weil ich mich der Sache verwehre, sondern weil ich im Laufe meines Berufes so einen Blödsinn noch nie erlebt habe.

Man könnte ja wieder so einen kleinen Test machen:

Nehmt 20 Patienten, alle mit Bewegungseinschränkungen in der HWS, und 10 Therapeuten. Lasst alle 10 Therapeuten die HWS auf ihre Beweglichkeit untersuchen und notieren. Dannn schickt ihr alle raus mit dem Satz: „Es werden jetzt 8 Patieten eine ISG Mobilisation bekommen. Und danach schickt man alle Therapeuten wieder rein, und diese sollten dann wieder die HWS untersuchen und notieren bei welchen Patienten die HWS Beweglichkeit aufgrund einer ISG Mobilisiation gestiegen ist.

In Wirklichkeit wurde natürlich bei keinem der Patienten eine ISG Mobilisation durchgeführt!

Jetzt könnt ihr euch anstrengen und darüber nachdenken wie wohl die Befunde ausgehen werden.

Ich lach mich tot!

Ich hoffe ihr wisst was ich damit ausdrücken möchte. Macht einen ordentlichen Eingangsbefund, und hebt während der Behandlung nicht ab! Denkt an die ganz wichtigen Dinge die unbedingt passieren müssen, auf die es wirklich ankommt. Und Behandelt.

Macht euch mehr Gedanken um den Patienten als um irgendwelche Dinge die irgendwann mal passieren sollen, in irgendeiner Behandlung und für die es nicht wirklich handfeste Begründungen gibt!

Hört auf die Signale des Patienten, seid eins mit ihm…geht auf ihn ein, beachtet Kontraindikationen die es immer gibt…und ihr seid auf der Gewinnerstraße…und von dem vielen Geld was ihr euch bei den teils unnützen Fortbildungen spart, geht ihr mal wieder richtig gut essen!

Guten Appetit!

Physioblogger

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Zur Zeit geschieht ziemlich viel in der Physiotherapie. Alle reden hier und da von Professionalisierung, man müsste Ergebnisse evaluieren können, es muss Sinn machen warum ein Patient die Fango bei einem BWS Syndrom kriegt oder auch nicht. Und das bitte wenn dann schon mit möglichst fundiertem wissenschaftlichem Hintergrund.

Okay, ist nicht verkehrt, es ist genauergenommen sogar gut was immoment geschieht, denn es muss Gründe geben warum man etwas tut am Patienten und ob es demjenigen dann auch tatsächlich hilft, sonst könnte man es ja auch weglassen und Zeit sparen.

Nur kann man den Körper katalogisieren? Kann man Behandlungsstandarts aufstellen die dann immer gelten? Bei jedem Patienten? Hilft die Profesionalisierung der Physiotherapie damit mehr Patienten nach einem Behandlungsblock beschwerdefrei sind?

Ich glaube nicht. Denn der Erfolg einer Behandlung hängt meiner Meinng nach nicht davon ab wieviel Techniken man kann, ob man gut in der Anamnese ist oder nicht, wieviel Fortbildungen man besucht hat oder ob man Bachelor oder gar Master ist.

Der Erfolg einer Behandlung bestimmt nicht unser Können, sondern der Körper des Patienten. Wenn der Körper eines Patienten sich wohlfühlt, wenn der Körper merkt, Mensch…mir wird gerade etwas gutes getan, ohne dass man mich zu etwas zwingt, dann denke ich ist der Behandlungserfolg um ein vielfaches erhöht.

Z.B: Manipulationen an der Wirbelsäule ohne zuvor die Muskulatur vorzubereiten!! Dadurch zwingt man Wirbel in Ihre richtige Position, nur die Halteseile der Wirbel, die Muskulatur werden dabei außer Acht gelassen, dabei ist es die Muskulatur die bestimmt wo sich Wirbel hinbewegen oder in welche Richtung sie blockiert sind!

Das sind so Dinge wo sich der Körper des Patienten meiner Meinung nach weigert. Denn der Körper lässt sich nicht überlisten. Er ist viel kluger und autonomer als wir es uns alle nur vorstellen können. Der Mensch wird glaube ich nicht durch irgendwelche grandiosen Techniken geheilt, (wenn man das ISG deblockiert, lässt sich die HWS besser bewegen etc.),  sondern allein durch die unbewusste Aufmerksamkeit des Therapeuten die er dem Patienten schenkt.

Natürlich hat man im harten Praxisalltag nicht 60min Zeit auf alle Signale des Körpers, die er einem aussendet immer Aufmerksamkeit zu schenken. Und ich meine mit Signale nicht ein unübersehbares Duchenne-Hinken! Wenn so etwas Auftritt ist der Gros der Zeichen die zuvor da waren schon erloschen. Keiner hat sie je bemerkt, denn wir haben aufgehört auf unsere körpereigenen Signale zu hören.

Letzte Woche bekam ich folgenden Satz einer Kollegin zu hören:

“Ich glaube die Patientin mögen dich so, weil du die immer voll laberst!”

Ich möchte auf folgendes hinaus:

Es ist die lückenlose Aufklärung des Patienten, die mir manchmal den Entscheidenden Vorteil bei einer Behandlung gibt, wo andere Kollegen nicht mehr weiter wissen.

Letztens kam eine Patientin zu mir mit einer Weber C Fraktur am linken Fuß. Sie wurde natürlich operativ versorgt und kam zu mir zur 1. Behandlung. Ich fragte sie was sie denn hat, und sie sagte allen ernstes zu mir sie weiß es nicht!!

Ich sagte: “Wie bitte? Sie wissen nicht was sie haben? Sie wurden operiert und wissen nicht genau was sie haben? Sie wurden unter Narkose gelegt, 3 Stunden operiert und sie wissen nicht was sie haben”?

(Alles natürlich in einem sehr freundlichen Ton!)

Dann zuckte die Patientin nur mit den Achseln und sie sagte: “Naja ich habe halt den Fuß gebrochen oder”?

Und ein riesiges Fragezeichen ist in Ihrem Ausdruck auch zu sehen: Unsicherheit!

Ich fragte sie dann:

“Finden sie dass denn in Ordnung das sie nicht wissen was sie haben?”

Sie sagte: “Nein eigentlich nicht”!

Ich fragte sie: “Wie soll ihr Körper denn gesund werden wenn sie nicht wissen was sie genau haben”?

Sie schaute mich verduzt an und meinte: “Sagen sie mir es doch bitte. ES INTERESSIERT MICH SCHON IMMER”!!

Das sind so Dinge da könnte ich in die Luft gehen.

Natürlich kann man jetzt auch sagen das ist zum Schutz der Patientin, damit sie sich keine Sorgen macht etc. Aber es passiert genau das Gegenteil von dem was man verhindern möchte!

Sie und ihr Körper distanzieren sich von der Verletzung und die Heilung wird beeinträchtigt. Und dann rödeln wir Physiotherapeuten mit allen Mitteln die uns zur Verfügung stehen rum und wundern uns warum der Fuß immer noch weh tut.

Die Identifikation mit Ihrem Problem besteht nicht. Es kann im Unterbewusstsein der Patientin kein Bild entstehen.

Ich habe die Patientin in der ersten Behandlung erst mal aufgeklärt über ihr Problem. Und dann habe ich Ihr Step by Step erläutert wie wir die Behandlung angehen werden. UND WAS SIE DABEI FÜR EINE ROLLE SPIELT!! Denn ich mache jeder Patientin klar: Wenn sie nicht mitmachen, dann habe ich keine Chance ihrem Körper zu helfen. Ist ja auch logisch.

Nach gut 25 Minuten, kurz bevor ich die Kabine verlassen wollte, ohne wirklich groß behandelt zu haben, sagte die Patientin auf einmal:

“Es ist wirklich komisch, wir haben uns mehr unterhalten, als das wir behandelt haben und es war auch gut so, aber irgendwie hat der Schmerz seitlich des Fußes etwas nachgelassen. Kommt das jetzt nur von dem bisschen bewegen was sie gemacht haben? Oder bilde ich mir etwas ein?”

Ich sagte: “Ihr Körper weiß jetzt wo das Problem liegt, er fängt gerade an sich selber zu heilen.”

Dasselbe ist es wenn es banal nur um ein LWS Schmerz geht. Ich teile jedem meiner Patienten mit, was sie haben könnten, denn auch wir wissen es nicht immer genau. Das weiß allein nur der liebe Gott.

Ich sage Ihr, was sie meiner Meinung nach hat, was sie tun kann damit das, auch wenn ich nicht da bin vielleicht besser wird, und was wir in der Therapie tun werden damit die Beschwerden besser werden.

Es sind dann so Sätze wie:

“Also, wir versuchen nun etwas Spielraum in Ihre Lendenwirbelsäule zu bringen um den Druck auf die Bandscheiben etwas zu verringern, denn sie können sich ja vorstellen das etwas weh tut wenn es dauernd zusammengedrückt wird.”

Dabei symbolisiere ich 2 Wirbel mit meinen Händen die aufeinander reiben.

Das kann sich ein Patient dann vorstellen und vielleicht stellt er sich genau dies während der anschließenden Traktion der Lendenwirbelsäule vor, der Patient hat ein Bild in seinem Kopf von dem was ich gerade tue.

Und ob es dann wirklich die Behandlung ist die hilft oder die Suggestion die ich jedem Patienten mit auf den Weg gebe, das werden wir wohl niemals erfahren.

Eines ist aber sicher:

Hat der Patient keinen Fahrplan mit Endstation Gesundheit, wird der Körper womöglich nie dort ankommen. Diese Patienten werden dann in die Ecke der “Psychos” geschoben. Nicht ohne Grund sondern vielleicht, weil der Patient mal über sein spezielles Problem aufgeklärt werden sollte und was man mit Ihm vorhat!!

Physioblogger

Hallo liebe Leser,

Wir Physiotherapeuten sind schon lange keine großen Heiler mehr, weswegen die Patienten ja eigentlich zu uns kommen müssten. Wir müssen alle Register ziehen damit die Patienten zufrieden sind. Dabei spielt so wie ich finde die reine Behandlung, ich will jetzt nicht sagen eine unwichtige Rolle aber sie rückt in vielen Punkten etwas ins Abseits.

Die Behandlung fängt an wenn der Patient zur Türe rein kommt. Der Berüchtigte erste Eindruck ist immer mehr entscheident. Und das vergessen ganz viele!!

Es kommt auf die Praxishilfen an, Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und die organisatorischen Abläufe in einer Praxis spielen hier eine ganz wichtige Rolle. Denn auch ein Patient merkt wie gut oder auch eben nicht eine Praxis geführt wird. Ist der Ablauf sauber und klar für alle Parteien geregelt, spürt dies auch der Patient und er wird sich eher wohl fühlen als in einer chaotischen Praxis!

Und glaubt mir, ich sage jetzt mal über 50% der Praxen in Deutschland sind katastrophal organisiert. Und dies kostet enorm viel Geld!

Aber auch direkt in der Behandlung muss der Therapeut zu jeder Zeit alles geben. Ich sage immer: Es muss sich jedesmal etwas tun am Patienten. Das gilt natürlich nicht für Schwerstkranke, oder bei Behandlungen die generell viel Zeit in Anspruch nehmen bis man erste Erfolge erzielt oder erzielen kann. Z.B Patienten mit einem Schlaganfall.

Ich behandel meine Patienten so wie ich selber behandelt werden möchte. Keinen Prominenten würde ich jemals anders behandleln als einen stink normalen Kassenpatienten.

Man muss sich zu 100% auf den Patienten einlassen, hierbei spielt Kommunikation eine ENORM große Rolle. Die Behandlung kann noch so gut sein, wenn der Patient spürt er wird einfach nur so behandelt…nicht gut für den weiteren Verlauf der Patienten-Therapeut Beziehung.

Vollgastherapie….egal ob um 6 Uhr morgens oder um 22h abends.

Und die Patienten werden wieder kommen, wenn man sich und seine Therapie gut am Patienten verkaufen kann.

Physioblogger

Heute darf ich euch etwas echt tolles mitteilen:

Ich habe es zum ersten mal in meinem Berufsleben geschafft einen schmerzhaften Ellenbogen erfolgreich zu behandeln! Genauer gesagt: Epicondylitis radialis humeri.

Unzwar wie sollte es auch anders sein: Der Erfolg kam mit der Triggerpunkttherapie!

Ich weiß auch nicht, irgendwie reagieren die Extensoren und die Flexoren des Unterarmes nicht so wie andere Muskulatur in unserem Körper. Sie werden komischerweise bei mir weder spürbar weicher nach einer Massage, noch sprechen diese schlecht auf Dehnung an und sogar die äußerst erfolgreiche Querfriktion hilft auch meistens nur so lange wie der Patient aus der Praxis geht.

Das ist einfach die Erfahrung die ich mit so ca. 50 Ellenbogen machen durfte. Immer sehr sehr schwierig. Und ich muss sagen, hatte ich in der Vergangenheit bei diesem Krankheitsbild echt immer wie auch sonst alles gegeben, aber es hat nie länger wie 1 Tag angehalten. Auch Kollegen berichten mir immer wieder Probleme bei der Therapie dieses Krankheitsbildes.

Hat vielleicht jemand von euch schlauen Köpfen da draußen eine Erklärung, warum diese Muskulatur augenscheinig so schlecht auf Therapiemaßnahmen anspricht?

Normalerweise behandelt man ja dieses Krankheitsbild mit der üblichen Querfriktion. Mit der jedoch habe ich noch nie Erfolge vorweisen können.

Aber die Patientin die ich jetzt habe ist total begeistert. Und ich ebenfalls! Ich habe Ihr dann noch ein Kinesio Tape angelegt und siehe da: Mit dem Kinesio Tape welches ich mit einer Faszientechnik angelegt habe ist der Schmerz KOMPLETT weg! Ja genau: WEG!

Ihr glaubt gar nicht wie ungläubig ich geschaut habe als die Patientin mir das heute erzählt hat. Denn bis heute hat nämlich auch jedes Kinesio Tape welches ich bei diesem Krankheitsbild angelegt habe überhaupt nicht gewirkt.

Also liebe Leser…und natürlich auch Betroffene…was habt Ihr für Erfahrungen mit dem Ellenbogen machen dürfen? Was hat geholfen? Was nicht? Wie behandelt Ihr?

Ich bin gespannt:

Physioblogger

Rückenmassage zu unspezifisch!

Veröffentlicht: 15. Februar 2009 in Allgemeines
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Liebe Leser,

ich erlebe es seit ich meinen Beruf ausübe viel zu oft, dass manche Therapeuten egal bei welchem Krankheitsbild dem Patienten eine Rückenmassage verpassen!

Aktuelles Beispiel:

Ich bekomme eine Patientin von einer Praxisinternen Kollegin, die sich mit Schmerzen am Ansatz des M. trizeps brachii sich bei mir vorstellt. Auf meine Nachfrage hin was denn bis jetzt schon alles unternommen wurde um das Problem zu beseitigen, bekomme ich die Antwort:

Naja mir wurde der Rücken massiert.

Ich fragte dann wo denn (es könnte ja Gründe geben!) und ich bekomme die Antwort:

Überall ein bisschen! Von Po bis Hals.

Okay.

Hat sich denn schon mal der Kollege den Ellenbogen wenigstens angesehen? Die promte Antwort:

Nein. Bis jetzt noch nicht.

Ich schaute nach wieviel Behandlungen die Patientin schon bekommen hat und stelle mit Entsetzen fest: 5 Stück!

Dann denke ich mir: Hey wenn das hilft warum nicht, der Kollege hat sich ja hoffentlich an das Thema: Evidenced Based Practice gehalten. Ich frage also den Patienten was die Rückenmassagen für den behandlungserfolg gebracht haben:

Eigentlich gar nichts!

bekam ich als Antwort!

Und ich stehe mit einem riesigen Fragezeichen über die Leistung des Kollegen nun in der letzten Behandlung vor dem Patienten und frage mich allenernstes: Wat soll dat?

Spätestens jetzt schrillen bei mir die Alarmglocken und ich bin echt etwas wütend und enttäuscht.

Ich habe mich dann in der letzten Behandlung mal voll ins Zeug gelegt:

Nach Befund:

Detonisation des Muskels (Entspannung), Triggerpunkttherapie und Querfriktion am Ansatz des Muskels.

Warum in Gottes Namen massiert man bei etlichen speziellen Krankheitsbildern verdammt nochmal den Rücken wenn es keinen Zusammenhang zwischen Rückenmuskulatur und dem Krankheitsbild gibt?

Egal in welcher Praxis ich war, egal ob jung oder alter Therapeut. Jeder massiert den Rücken! Unspezifischer kann man doch gar nicht arbeiten oder? Möchtest du so behandelt werden? Ich glaube nicht lieber Leser.

An alle Physiotherapeuten da draußen: Besinnt euch auf euer Können! Wir können soviel, wissen manch mehr als jeder Orthopäde, haben ein tolles Gespür für die verschiedensten Gewebe an unserem Körper. Können aufgrund unserer Erfahrung Schmerzsymptomatiken erkennen, auf die sonst niemand kommt.

Also bitte:

Setzt eure Werkzeuge auch ein!!

Wir sind einfach zu gut dafür ausgebildet um einfach nur den Rücken zu schrubben!! Wir sind Gewebefeinmechaniker und schleppen unser tolles Werkzeug immer mit uns rum. Bitte lasst es nicht in der Schublade verschwinden.

Dabei geht es nicht um euch….nicht um eure Fähigkeiten….das ist total wurscht….es geht hier nicht um einfach irgendetwas….

Es geht um unsere Patienten!

Begebt euch bei jeder Behandlung auf die Suche nach der Ursache. Eure Patienten werden es euch danken!

Und noch eines:

Macht euch mal Gedanken:

Ein Muskel braucht durchschnittlich ca 6-10 Minuten damit dieser auf eine Massage mit Mehrdurchblutung und Detonisation reagieren kann. Also: Wenn Ihr den ganzen Rücken massiert wieviel wird davon dann wohl effektiv ankommen bei sagen wir mal 80 Muskeln am Rücken?

Merkt Ihr was?

P.S: Es geht hier um spezielle Krankheitsbilder und deren Erfolg bei einer Rückenmassage. Eine gute Rückenmassage hat trotzdem Ihre Berechtigung! Z.B.: Bei nervösen Unruhezuständen in der Psychatrie ist dies eine ganz tolle und effektive Therapie. Bei  Schlafstörungen oder einfach mal nur um es einem Patienten mal als Luxus zu gönnen, nach erfolgreicher Therapie. Auch kann man mal den Rücken massieren bei LWS Beschwerden-gar kein Thema, aber bitte dann nicht den ganzen Rücken sondern speziell für dieses Krankheitsbild!

Physioblogger

Liebe Leser,

mich hat es die Tage auch erwischt-ich lag 3 Tage im Bett. Entschuldigt bitte!!

Dafür möchte ich euch heute mal meine TOP Behandlungstechniken vorstellen, mit der ich zu 70% am Patienten arbeite.

1. Die Einschätzung und Beurteilung des Erfolges:

Geschieht bei mir durch die VAS Skala (Visuelle analog Skala). Diese Skala geht von 0-10 wobei 10 immer das maximal schlechteste ist. Egal ob Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen.

Beim Erstbefund frage ich das erste mal danach, und dann nach jeder Behandlung und natürlich vor jeder Behandlung.

Und das ganze 100% ehrlich. Ich sage dann immer: Sagen Sie mir bitte nicht was ICH hören will (Verbesserung) sondern was tatsächlich ist!! Somit habe ich immer einen genauen Status was wann wo und in welcher Dosis etwas wirkt.

Ist übrigens ein geniales Mittel zur Dokumentation für unsere Möchtegern Halbgötter in weiß!

2. Triggerppoint Therapie:

Was das ist, ist hier nachzulesen!

Klassische Massage ist bei mir fast nicht mehr anzutreffen, hey keine Frage..wichtige und extrem sinnvolle Technik!

Bei der TPT (Triggerpunkttherapie) suche ich mir gezielt AUSSTRAHLENDE Schmerzpunkte aus und drücke so lange drauf bis die AUSSTRAHLUNGSSCHMERZEN verschwinden, was über Patientenfeedback geschieht. Manche Patienten sagen zu mir: Obwohl Sie mich nicht massiert haben fühle ich mich als ob ich massiert worden bin.

Wieviele Menschen kennt Ihr die schon Jahre und Monate zur Massage gehen und es hat sich wenig bis nichts getan? Ich persönlich kenne genug, und genau das ist das Thema. Muskelverspannungen kommen wieder, weil wie Ihr ja schon wisst Muskulatur niemals die URSACHE sein kann. Und so einen Moyfaszialen Triggerpunkt lässt sich mit meiner Erfahrung nicht durch klassische Massage lösen! Aber das ist nur meine Erfahrung!

Deswegen liebe ich die TPT (Triggerpunkttherapie). Einmal so einen Triggerpunkt gelöst und er kommt so schnell nicht wieder. Auch die Erfahrung habe ich gemacht.

Extrem schmerzhaft für den Patienten , extrem anstrengend für den Therapeuten, aber und das kann ich immer wieder nur sagen:

Einmal eine gute TPT bekommen und ihr werdet den Unterschied spüren! Unzwar an den nachlassenden Schmerzen die euch plagen! Bei mir zumindest.

3. Dorn Therapie:

Das ist es!

Die Dorn Therapie bildet die ABSOLUTE Grundlage für all meine weiterführenden Techniken.

Ohne zumindest die Beine und das Becken zu dornen gehe ich an keine Wirbesläule Manualtherapeutisch ran. BASTA!

Ich kenne den Unterschied aus vielen hunderten Patienten. Und der Erfolg war mit Dornen jedesmal schneller da!

Es ist ja sehr umstritten viele glauben daran nicht..gut okay…bei mir funktioniert es und deswegen habe ich Recht! Wenn das bei anderen nicht funktioniert oder die eine andere Meinung habe kann ich das auch verstehen. Ich halte z.b nichts von den komischen Klangschalen ich glaube es heißt Lomi Lomi Nu oder so….aber hey..ich kenne einen Therapeuten der hat die Dinger im Dauereinsatz und die Patienten rennen dem die Bude wegen diesen Suppenschalen ein. Deswegen: Er hat Recht! Und das finde ich auch gut.

Ganz einfach:

Wenn die Wirbelsäule auch nur leicht schief läuft, kommt es in den kleinen Gelenken der Wirbelsäule zu Überlastungserscheinungen.

Da kann ich massieren und einrenken wie ich lustig bin. Es wird immer wieder kommen. Deswegen dorne ich bevor ich mit anderen Techniken anfange.

Einfach einfach oder?

4. Manuelle Therapie:

Das ist es!

Egal ob Wirbelsäule, Becken oder die Handwurzelknochen. Der Erfolg ist gigantisch!

Am liebsten behandel ich die LWS und die BWS sowie das Kiefergelenk.

Ihr könnt mir erzählen was Ihr wollt..wenn man mir diese 3 Techniken wegnehmen würde….ich würde zum jämmerlichen Rückenschrubber mutieren! Und das ist mal sehr arm!

Aber wisst ihr was das beste ist an den 3 Techniken?

Fast in jeder Behandlung sind diese 3 Techniken bei mir vorhanden. Denn eines steht fest:

DIE übermächtige allheilende Technik gibt es nicht. Es ist immer die Kombination aus verschiedenen Techniken die bei mir zählen.

Deswegen ist es ja so schlimm wenn auf dem Rezept steht: 6 mal Massage oder Krankengymnastik. Und wenn da steht: Rutsch mir den Buckel runter und das ganze 6 mal…dann würde ich das auch nicht bemerken denn:

Das Rezept interessiert mich nicht die Bohne, ich schaue kurz drauf ob es was wichtiges ist (zwecks Kontraindikationen und dergleichen) und mehr nicht…der Patient zählt bei mir..nicht das Rezept.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Gruß:

Physioblogger

Heute kurz bevor ich gehen wollte, stürmte eine total aufgelöste Patientin herein sah mich an der Anmeldung sitzen und sagte etwas außer Atem:

Hallo, super das Sie noch offen haben. Ich brauche unbedingt noch einen Termin bei Ihnen, denn Sie haben mich geheilt!!

Ich wusste erst gar nicht wie mir geschieht, denn es waren noch andere Patienten herumgestanden und lächelten..

Als ich mich gefangen hatte meinte die Patientin wieder:

Sie haben es geschafft das meine Schmerzen um 100% besser geworden sind in nur einer Behandlung. Ich brauche unbedingt noch einen Termin, und wenn ich ein Rezept bekomme dann möchte ich nur noch Termine bei Ihnen. Ich könnte Ihnen die Füße küssen!!

Klar!! Kein Problem meinte ich, bei uns besteht ja freie Therapeutenwahl.

Die Kollegin an der Anmeldung gab Ihr also Termine bei mir. Da ich Feierabend machte und die Patientin mit Termine machen auch gerade fertig war, gingen wir gemeinsam die Treppe runter.

Am Auto angekommen, verabschiedete ich die Patientin und ich kann euch sagen:

Ich bin mit einem breiten Grinsen nach Hause gefahren das habt Ihr noch nicht gesehen.

Soetwas passiert ja nicht allzu oft…dementsprechend motivierend sind solche Erlebnisse.

Mit einem Neujahrsgruß:

Euer:

Physioblogger