Frag den Physioblogger (Frage von Mary)

Veröffentlicht: 24. Oktober 2009 in Frag den Physioblogger
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Lieber Physioblogger

Durch Zufall kam ich auf diese Seite und musste direkt schreiben.
Ich bin 18 und für mich beginnt gerade ein Leben, dass ich noch nicht kenne, viel Verantwortung und Selbstständigkeit.
Seid einer Woche habe ich meine Ausbildung zur Physiotherapeutin begonnen.
Schon jetzt kann ich fast 100 lateinische Begriffe (Knochen und Lage-Richtungen bisher)..
Ich habe zwar 1 Jahr Zeit bis ich an richtigen Patienten komme, aber trotzdem habe ich totale Panik. Wie kann ich in einem Jahr Übungen für so viele verschiedene Patienten können?
Mein erstes Praktikum, wird in der Inneren Medizin sein, Chirurgie, Neurologie und Orthopädie.
Ich will es unbedingt schaffen, aber meine Angst lähmt mich auch.
Hast du irgendwelche beruhigende Worte, die mich endlich lockern können? Ich will es unbedingt schaffen. So sehr.
Ich hoffe auf Hilfe.
Mary

Hallo Mary,

übrigens ganz lässiger Name wie ich finde. Aber nun zu deinem Anliegen:

1. Du kennst jetzt schon 100 lateinische Begriffe? Super…das ist doch mal ein Auftakt…mache dir keine Sorgen über die Begriffe. Es werden noch tausende im laufe deines Berufslebens hinzukommen. Immoment musst du die stur auswendig lernen, aber spätestens wenn du die Begriffe im täglichen Gebrauch immer wieder vorholst..du wirst sie nie mehr vergessen. Und umso mehr du davon weißt umso kompetenter bist du, z.b einem Arzt gegenüber.

2. Nach einem jahr in der Schule steht man noch am Anfang vom Anfang vom Anfang. Man weiß noch sehr wenig. Und das was man weiß hat mich zumindest nie wirklich weiter gebracht. ZIEH ES DURCH!! Lerne, schaue zu, seh dir die Patienten an, Frage, Frage, analysiere was sie dir gesagt haben, Check, Check, Doublecheck, überlegen, und dann daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

Aber das ist ein Prozess der wird niemals enden…umso länger du diesen warhaft schönen Beruf machst umso besser kannst du in die Bedürfnisse und Sorgen deiner Patienten einsteigen und sie dort abholen wo sie stehen.

Und es wird dich immer wieder begleiten: Das jemand mit vielen Schmerzen kommt und hüpfend wieder rausgeht……….. ist eine Illusion.

Wichtig ist, dass du auch jetzt in deiner Ausbildung wenn es um die Big Points geht, also um elementare Dinge wie (Praktikum, Befund, Palpation, systematisches Arbeiten) das du in diesen Dingen auch nach 8 Stunden Schule und schlechter Luft im Zimmer immer genau zuhörst.

Und noch einen Tipp der echt Gold wert ist:

Wenn ihr praktischen Unterricht habt, schnapp dir SOVIEL WIE MÖGLICH ANDERE KLASSENKAMERADEN!!

Das ist wohl der beste Tipp den ich dir geben kann.

Du musst fühlen lernen, sehen mit den Händen und das kann man nur lernnen wennn man es schon eine Billion mal gemacht hat. Also gib in den praktischen Fächern alles…zur jeder Uhrzeit. Und mit jedem mal tasten werden deine Finger sensibler…und das ist es nämlich was einen guten Therapeuten von einem schlechten unterscheidet:

Das Gefühl in den Händen. Es gibt wenige die das wirklich gut beherschen….werde einer von denen.

Alles andere kommt ganz von selber…lass es geschehen….und du wirst einen tollen Beruf haben.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig die Angst nehmen und verbleibe mit einem lieben Gruß:

Physioblogger

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Kommentare
  1. Das wäre interessant, in dieser Form weiterzudenken.

  2. Mary sagt:

    Danke das hat mir wirklich geholfen. Ich gebe mir einfach wirklich Mühe. Mein Problem-Fach momentan ist nur Physiologie. Aber ich hoffe, dass ich es schnell nachholen kann!
    Super Text den du (oder Sie) geschrieben hast/haben. Hat mir wirklich gehofen.

    Lieben Gruß und tausendsten Dank
    Mary

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