Mein Erfolgsrezept bei Rückenschmerzen

Veröffentlicht: 21. Januar 2009 in Therapiemethoden
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Ja okay ich weiß, die Überschrift ist sehr polarisierend, aber genau das soll Sie ja auch. Die anderen haben Ihren Porno kram und ich das Wort Rückenschmerzen.

Ich möchte euch mal einen kleinen Einblick gewähren, wie meine Therapie ausschaut gegen Rückenschmerzen.

Here we go:

1. Wenn auf dem Rezept Massage statt Krankengymnastik steht dann kläre ich den Patienten auf und stelle Ihn vor die Wahl:

Massage nach Rezept oder Ursachenbekämpfung

Erfreulicherweise entscheiden sich viele für die Beseitigung der Ursache.

Wenn dies also geklärt ist, geht es in die erste Behandlung:

Standartfragen: Wie? Wo? Wann? Was? Was macht es besser? Was haben Sie schon alles unternommen um das Problem in Griff zu kriegen? Wer hat sie bisher behandelt und wie?

Nach der Befundung geht es ans Eingemachte:

Ich schaue mir jetzt die Statik des Patienten an, das heißt ich untersuche den Patienten auf eine Beinlängendifferenz hin. Dies geschieht in RL und ab 45° angehobenen Beinen, die ich natürlich hochhalte um zu sehen was Sache ist. Ab 45° deswegen weil mich das Becken (das großen Einfluß auf die BLD hat!) erstmal nicht interessiert, es geht ja nur um die Beine.

Da stellt sich bei über 85% meiner Patienten heraus das diese eine BLD (Beinlängendifferenz) haben.

Ich schaue mir an welches Bein länger ist und versuche mit Hilfe der Dorn Therapie das längere Bein kürzer zu machen um so einen Ausgleich zu erhalten.

Nach jder Korrektur (Fußwurzeln, Sprunggelenk, Knie, Hüfte) schaue ich mir wieder die BLD an ob sich etwas verändert hat und notiere mir die Veränderungen.

Sollte nach dem Dornen beider Beine kein Ausgleich zu schaffen sein, kann man eigentlich davon ausgehen das sich das Becken (also eine der beiden Illiumschaufeln) in Torsion (Drehung) befindet.

Ab jetzt ist es klassische Manualtherapie. Das Illium auf der Seite an dem Bein welches noch immer länger ist, wird nun nach hinten mobilisiert. Nach ein paar Minuten Illiummobilisation nach hinten lasse ich den Patienten wieder in RL  legen und überprüfe erneut.

Nun ist meist ein vollständiger Ausgleich geschafft und ich lasse den Patienten hinstellen und überprüfe anhand der Höhe der Illiumschaufeln ob sie sich auf gleicher Höhe befinden.

Nachdem das gegessen ist, ist wieder Manualtherapie angesagt:

Ich mobilisiere (nicht manipuliere!) die LWS sodass sich die Blockaden auch hier auflösen. Das selbe geschieht mit der BWS in Bauchlage.

Denn auch Blockanden in der Wirbelsäule können sich in einer BLD wiederspiegeln.

Das war nur die erste Behandlung. In 20 min. durchaus zu schaffen, meistens brauche ich aber 25 min. In den darauffolgenden Sitzungen wird die BLD überprüft und wenn nötig kurz korrigiert, um die korrekte Statik des Patienten aufrecht zu erhalten.

Jetzt erst ist die Wirbelsäule gerade und jetzt erst kann die Muskulatur auf Behandlung reagieren, Sie hat nämlich keine Chance zu reagieren wenn von der Wirbelsäule ständig negative Signale kommen. Was macht die Muskulatur? Na klaro- sie verspannt sich, möchte den Schaden festhalten ist doch auch verständlich. Und darauf dann zu massieren oder sonstwas halte ich für Symptombehandlung. Dies ist nicht meine Intention!

Bsp: Wenn euer Keller schief ist (Becken), was meint Ihr wohl wird euer Dach (HWS) ausschauen? Es ist genau so schief, jetzt macht ihr da oben rum etc. Was passiert mit dem Keller? Richtig dort unten verändert sich nichts, die Statik des Hauses wird immer miserabel bleiben.

Jetzt erst fange ich mit der 2/3 Behandlung lokal an der schmerzenden Muskulatur an zu arbeiten. Aber auch jetzt gibt es keine 0815 Massage und dabei schön unterhalten…nein ich verwende sehr häufig (über 90%) die Triggerpunkttherapie.

Extrem effizient, extrem anstrengend, extrem Patientenorientiert, extrem Problemorientiert.

Das ist genau das was hilft-bei mir und meinen Patienten zumindest.

Diese Kombination aus Triggerpunkttherapie/Dorntherapie/Manualtherapie wird jetzt noch durch Kinesio Tape Anlagen ergänzt. Diese ergeben sich aus dem Befund.

Also entweder stabilisierend, mobilisierend, Muskel oder Fascientechniken.

Diese Behandlung wirkt bei ca. 60-70% aller Patienten schon sehr gut. Natürlich gibt es immer wieder speziellere Fälle die eine andere Vorgehensweise erfordern.

Dies ist auch nicht mein Standartprogramm..bitte versteht mich nicht falsch, dies ist nur die Therapie bei der ich feststellen konnte das diese den meisten Behandlungserfolg bringt.

Gruß:

Physioblogger

Kommentare
  1. kinderdok sagt:

    wie gehst du dann mit dem rezept des verordnenden arztes um? da stand doch KM und nicht MT? schreibt der das dann um, oder geht der rest auf den patienten oder diskutierst du mit dem doc (der bestimmt raushängen wird, dass er der diagnostizierende und rezeptierende ist und du der therapierende)?

  2. @Kinderdoc:

    du hast in der Tat Recht, dass ist etwas schwierig. Ich handhabe das so:

    Ich stelle ja den Patienten im ersten Gespräch vor die Wahl: Das was drauf steht, oder richtig behandeln.

    Denn meistens ist nur Massage o. nur KG zu wenig.

    Wenn KG auf dem Rezept steht kann ich ja Teile der Manuellen Medizin mit einfließen lassen, denn die Manuelle Therapie ist der absolute Grundstock eines jeden Therapeuten.

    Man muss ja dem Patienten nicht sagen das ich jetzt andere Behandlungsarten einfließen lasse!

    Mir ist ehrlich gesagt die Verordnung egal.
    Das wichtigste ist hierbei jedoch die Aufklärung und das der Patient merkt:

    Hey..hier tut sich was…der will mir helfen.

    Da muss man aber auch ein Feingespür dafür entwickeln…..manche beschweren sich dann auch dass sie nicht massiert worden sind, obwohl das auf dem Rezept stand.

    Diese Patienten wollen halt einfach massiert werden, um möglichst wenig für die Gesundheit selber tun zu müssen. Ist leider so.

    Um es kurz zu machen:

    Mir ist es piepegal was auf der Verordnung steht, denn es stimmt zu 80% eh nicht.
    Ich möchte gerne den Menschen behandeln, der vor mir ist.

    Und nicht die Verordnung runtermassieren.

    Wenn du noch Fragen hast gerne.

    Gruß:

    Physioblogger

  3. interessentin sagt:

    Hi, ich hab da mal ne Frage. Was müssen deine Pat. mit Rücken/Nackenschmerzen wg. Mammahyperplasie tun? Krafttraining, nehme ich an. Doch welche Übungen sind da effektiv?

  4. Konstanzerin sagt:

    Habe da eine Frage wegen der Dorn-Therapie: Kann sowas jeder Physiotherapeut? Habe das nämlich neulich in einem Wellness-Hotel gehabt und fand’s genial gegen meine Rückenschmerzen.
    Kann aber im Konstanzer Telefonbuch niemand finden, der das anbietet. Hast du vielleicht einen guten Rat für mich? Kennst du jemand in der Nähe? Welcher Arzt verschreibt mir Physiotherapie?

  5. Mephistophelia sagt:

    @ Kinderdoc: Ich hatte die Situation heute auch (Ergo). Verordnet ist sensomotorisch-perzeptiv nach Hüft-Tep bei über 95jähriger dementer Patientin. Ich hatte ein Keyboard eher zufällig im Auto. Da ich wußte, daß die Pat. früher Klavier gespielt hat, hab ich es mit ins Wohnheim genommen, weil ich immer was in Petto hab, um sie in den körperlichen Erholungspausen, die nötig sind, geistig ein wenig zu fordern (ist nicht verordnet, aber hier sinnvoll und immer besser als sitzend abzuwarten, bis sie weiterlaufen oder was auch immer kann). Und was ist passiert? Der Dame strahlten die Augen, sie fing an zu erzählen (macht sie sonst nicht) und ihre Stimmung sprang von eher melancholisch-müde auf unternehmungslustig-kontaktfreudig. Wir haben übrigens die gesamte Therapiezeit über Klavier gespielt. Da das oberste Ziel immer die Verbesserung der Lebensqualität und der Alltagskompetenz ist, hab ich heute mein Ziel erreicht, würde ich mal denken. Das Laufen ging hinterher übrigens auch besser 😉

  6. Mephistophelia sagt:

    In der Ausbildung hab ich übrigens immer wieder gehört: „Du kannst alles machen, was Du willst, vorausgesetzt, Du kannst es begründen und kommst damit zum Ziel“

  7. @Memphistophelia:

    Sehr guter Satz!!!!
    Danke dafür…den werde ich mir hinter die Ohren schreiben…

    @Interessentin:
    Das beantworte ich dir heute Abend…habe nur wenig Zeit jetzt. Ich hoffe das ist okay..

    @Konstanzerin:
    Keder Arzt kann dir ein Rezept über Physiotherapie ausstellen. Jedoch ist die Dornmethode nicht rezeptierbar.
    Ich mache das halt immer in der Physiotherapie mit. Du kannst es aber auch privat zahlen. Rechne mal so mit 30 Euro pie mal Daumen für so ca 30min.
    Rufe einfach mal bei dir in verschiedenen Physiotherapie praxen an und frage ob die soetwas anbieten. Machen eingentlich fast alle die ich so kenne.

    Physioblogger

  8. aga80 sagt:

    @Mephistophelia
    Ja das kommt mir bekannt vor . 🙂

    @Physioblogger
    Ich lese hin und wieder mit.
    Aber ich persönlich störe mich immer mal wieder an div Aspekten der Dorntherapie , zb die Beinlängendifferenz, da es hier viel zu schnell zu „Messfehlern“ kommen kann oder die „Subluxation“ der Hüfte , das ist hier dafür aber das falsche Forum.
    Ich mache es hat wie die meisten anderen auch , ich suche mir die Dinge heraus, die funktionieren und meine Patienten weiter bringt.

  9. @aga80:

    Zum Thema Dorn Therapie:
    Ich kann mir das auch nicht erklären, warum wenn man die Hüfte zentriert das dann das Bein auf einmal kürzer ist.

    Aber es ist auch vollkommen egal, gut ist was wirkt. Scheißegal was.
    Wer heilt hat Recht!!

    @Interessentin:
    Ich habe viel über deine Frage nachgedacht und bin zu dem Entschluß gekommen, dass ich sehr unsicher bin, da ich mit Gynäkologischen Krankheitsbildern ÜBERHAUPT nichts am Hut habe.
    Deswegen gebe ich dir auch kein Tipp. Denn ich habe weder Erfahrung damit noch hatte ich schon mal so eine Patientin.
    Ich hoffe du kannst das verstehen.

    Gruß an Alle:

    Physioblogger

  10. Konstanzerin sagt:

    Danke!!!

  11. sunny sagt:

    nach jahrelangem schwindel und migräne wurde ich mit der dorn therapie behandelt,nach der ersten sitzung ging es mir wesentlich besser, bei mir war ein bein verkürzt. ich kann nur sagen,ich lasse mich immer mal wieder mit dieser methode behandeln und es hilft.lg.

  12. An die Ursache zu gehen ist immer gut. Aber ich habe meine Zweifel, ob es an der unterschiedlichen Beinlänge liegt. Die unterschiedliche Beinlänge müßte ja bei bei allen Menschen gleich verteilt sein. Warum gibt es dann in der modernen Zivilisation besonders viele Rückenschmerzen? Wenn die Therapie hilft, dann ist es OK. Wer Heilt hat Recht. Aber vielleicht wird ja bei der Thearapie nebenbei etwas ganz anderes therapiert.

  13. Horst Lee sagt:

    Physioblogger – ich las jetzt schon einiges von dir auf deiner hp durch. habe auch einige beiträge hinterlassen. kritische beiträge – mal gespannt wie lange die hier bleiben.
    aber hier zeigt sich wieder (zumindest für mich) wie unglaubwürdig du bist!

    in der antwort vom 25.januar behauptest du – dir ist es scheißegal wie was funktioniert und dabei hast du noch am 24. januar behauptet du wolltest dir hinter die ohren schreiben das du egal was du machst eine erklärung brauchst!

    wenn du machen kannst was du willst – ohne einen plan zu haben wie es funktionieren könnte (wie genau weiß man ja bei vielen dingen in der physiotherapie nicht) – tja warum haste dann eine 3 jährige ausbildung gemacht? könnte doch – und genau so ist es ja auch bei Dorn jede Hausfrau machen!
    übrigens ist es illegal Dorn privat anzubieten – in die therapie einfließen zu lassen kann man ja nicht kontrollieren – aber das weißt du sicher auch!

    gruß Horst Lee

  14. @ Horst Lee:

    Enstpanne dich mal ein wenig. Sei nicht so engstirnig und lege nicht alles hier auf die goldwaage. kann ich dir was zu trinken anbieten??

    Gerne würde ich dich mal therapieren, damit du mal mitbekommst wie toll es sein kann total unbefangen an eine Sache ranzugehen. Es eröffnet einem so manches!!

    Manche dinge muss man erklären können, manche Dinge kann man erklären und manche dinge muss man nicht erklären können!!

    Wer heilt hat Recht!! Egal was er tut oder was er für eine Meinung hat. Das ist ja das tolle!!

    entspanne dich..hab Spaß….und denke wie ein Kind.

    Viel spaß dabei…

    Gruß:

    Physioblogger

  15. Horst Lee sagt:

    ist das dein Motto – denken wie ein Kind?

    wer entscheidet welche Dinge man erklären können muss und welche nicht?

    und sicher läuft es nach dem Motto – was ich weiß erkläre ich was ich nicht verstehe lass ich einfach mal sein. Der Patient wird es mir danken wenn ich ihn ‚geheilt ‚ habe.

    gruß

  16. screenshooter sagt:

    Hallo Leute.
    Was haltet Ihr von Vitalwellentherapie? Ich frage aus folgendem Grund:

    ICH HASSE KOMMENTARE DIE SO AUSSCHAUEN ALS OB SIE KEIN SPAM SIND!!!
    GENAU DIESEN TEXT HAST DU AUCH IN EINEM FORUM GEPOSTET!!

    ALSO SPAM!!

    ICH HASSE SPAM!!

    DAMIT DU ES WEIßT

    PHYSIOBLOGGER

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